Team Rocket rockt

Dirkules

Er hat es tatsächlich geschafft!Nach zwölf Jahren in der NBA setzt sich Dirk Nowitzki endlich die Krone auf, gewinnt als erster Deutscher die nordamerikanische Basketballmeisterschaft und wird en passant noch zum wertvollsten Spieler der Serie gewählt. Dieser Erfolg ist deshalb so bemerkenswert, als dass er von einem unbändigen Willen zeugt, einer Beharrlichkeit und einem Talent wie es seinesgleichen sucht im Sport. Nowitzki blieb seinen Mavericks trotz wiederholten Misserfolgs und Enttäuschungen in den letzten Jahren, die auch vor seinem Privatleben nicht Halt machten, treu und wird dieses Jahr endlich dafür belohnt. Das sehen auch die Amerikaner so, deren Spott dem scheinbar unbesiegbaren Dreigestirns LeBron James, Dwayne Wade und Chris Bosh der Miami Heat gilt. Solche Zusammenschlüsse von Superstars werden in der NBA kritisch gesehen, höher wird die Beharrlichkeit Champions wie Micheal Jordan, Kobe Bryant oder jetzt Nowitzkis eingeschätzt, die immer wieder mit dem gleichen Club versuchen den Gipfel zu erklimmen. Scheitern sie bei dem Versuch, werden ihre Karrieren als verschenkt angesehen, können sie schließlich doch den begehrten Ring an den Finger stecken, dürfen sie sich ewiger Bewunderung sicher seien. So ist Sport, vor allem auf diesem schwindelerregenden Niveau.

Nowitzki musste sich seinen Erfolg hart erarbeiteten. Seit er fünfzehn ist, wird er von seinem Mentor Holger Geschwindtner in Einzeltrainingseinheiten geschult und speziell die Finalserie gegen die Heats hat Nowitzki alles abverlangt. Seine Mannschaft lag schon in Rückstand, zu alt schienen sie, zu viel Kraft hatten sie in den vorherigen Runden lassen müssen als ihnen spektakuläre Aufholjagden gelangen. Dazu kamen „Dirkules“ körperliche Probleme. Doch trotz Sehnenabriss am Finger und zwischenzeitlichem Grippeanfall hat sich Dirk Nowitzki in die Annalen dieses Sports geworfen.

Volleyball

Aufschlag. Während der Ball in der Luft ist, laufe ich am Netz entlang von der linken Außenlinie bis kurz hinter die Mitte des Feldes, drehe mich um hundertachtzig Grad, schaue also wieder in die Richtung aus der ich gekommen bin. Die Annahme ist schon erfolgt, gebannt schaut der Annahmespieler dem Ball hinterher, der in einer schönen Kurve direkt auf mich zusegelt. Ich recke ihm die Arme entgegen, spreize die Finger. Aus dem Augenwinkel sehe ich den hünenhaften Mittelangreifer anlaufen, er stemmt seinen massigen Körper in die Knie, übertragt die Kraft aus der Schnelligkeit des Anlaufs in Sprunghöhe, drückt sich ab und fliegt auf mich zu. Aus dem Hintergrund gibt mir der Außenangreifer zu verstehen, dass er den Ball gerne haben möchte, hinter mir lauert der Diagonalspieler, zu dem ich den Ball rückwärts über meinen Kopf passen müsste. Auf der anderen Seite des Netzes versuchen die Gegner zu erraten, wohin ich den Ball spielen werde und ich versuche aus ihren Positionen zu erkennen in welche Richtung sie sich orientieren um dann in die entgegengesetzte zu spielen. Die Annahme ist fast perfekt, ideal für einen schnellen Angriff über die Mitte. Unser Mittelangreifer ist mittlerweile in Schlaghöhe, holt aus, sicher den Ball zu bekommen, die Blockspieler auf der anderen Seite scheinen das Gleiche zu denken, und orientieren sich zur Mitte um der Schlaggewalt des 2 Meter Hünen keine freie Bahn zu lassen und den Großteil des Feldes abzudecken. Meine Entscheidung steht, der Ball landet in meinen Händen, ich lasse ihn ein wenig absacken, spüre das Leder, gehe ein wenig in Knie, beuge den Rücken durch, lehne den Kopf ein wenig nach hinten und klappe die Daumen nach oben. Der Ball fliegt über meine Kopf nach hinten, etwa 2 Meter weit und einen Meter über dem Netz. Der Diagonalangreifer kennt den Trick, ist schon angelaufen und schlägt mit Kraft und Präzision auf die Außenlinie. Punkt.

Ansichten eines frustierten Frührentners

Heute ist Tage der Arbeit. Der Tag an dem die Menschen auf die Straße gehen um für bessere Entlohnung, Zeiteinteilung und mehr Gleichberechtigung und mehr Urlaub zu demonstrieren. Oder um ein paar Steine zu schmeißen, auf die angerückte Staatsgewalt, oder auf das Haus des Springer Verlags.

Ich sitze vor meinem Fernseher in meiner Reihenhaussiedlung. Meine Frau ist nicht da, besucht eine Freundin, und ich schaue die Nachrichten. Der Rasen ist gemäht, die Hecke ist geschnitten, die Zeitung ist gelesen und das Geld ist auf dem Konto. Worüber sollte ich mich beschweren? Mein Leben ist eintönig wie ein Lipper Landbrot mit Gouda, aber beschweren dürfte ich mich nicht. Mein kleiner Finger wurde mir mir abgetrennt in der Fertigungshalle meiner alten Firma, Frührentner lautete das Urteil des Arbeitsgerichts. Ich wurde beglückwünscht, bemitleidet und belächelt. Mit nichts davon konnte ich etwas anfangen, ich wusste nicht was mich erwartet. Sicherheit erwartete mich, Sicherheit und Müßiggang. Die Lizenz zum Verfaulen, zum Einsiedlerdasein, zur Stagnation. Wenn man keine Ziele verfolgen kann, keine Aufgabe zu erfüllen hat, dann dehnen sich die Wochenenden von Inseln der Freiheit zur Wüste der Langeweile, der Monotonie aus. Versucht man ihr zu entkommen, indem man in den Urlaub fährt zum Beispiel, schlägt sie hinterher mit noch größerer Gewalt zu, legt sich auf mich drauf, wie eine Decke die nur vortäuscht Wärme und Geborgenheit zu bieten, in Wahrheit aber nur quälende Seelenschmerzen beinhaltet. Neid kommt auf, auf diejenigen die all das noch haben, was mir fehlt. Neid der einen von innen zerfrisst, weil man ihn nicht ausschütten kann, da es ja ungerecht und ungerechtfertigt wäre. Zu Beginn dieses Lebensabschnitts war ich sehr zufrieden, nun bin ich der Überzeugung: Es ist es nicht wert.

Ansichten eines frustierten Arbeiters

Die Woche beginnt gerade und allein die Aussicht auf die kommenden fünf Tage macht schon wieder Lust aufs Wochenende. Montag Morgen, das Letzte was du willst ist aufzustehen, zu frühstücken und zurück in die Mühle des Alltags zu gehen. Verbitterte Kämpfe gegen den Wecker werden ausgefochten, die in ihrer Verzweiflung schon beinahe episch zu nennen sind, da der Sieger von vornherein feststeht; die Zeit. Sie lässt sich nicht aufhalten in ihrem Fortschreiten und deswegen ist die Auflehnung auch weniger episch als vielmehr dümmlich zu nennen, da der tapfere Krieger sich nur ins eigene Fleisch schneidet und niemanden für seine Verwundungen (in Form von Verspätungen) verantwortlich machen kann als sich selber. Oder die Deutsche Bahn, aber man kann dem Beförderungsmonopolisten auch nicht jeden zweiten Tag zur Last legen seinem Auftrag nicht nachgekommen zu sein. Sei’s drum, die Woche fängt gerade erst an und ist im Prinzip schon wieder zu Ende, da man sie nur anfängt, weil man nicht anders kann und das einzige Ziel besteht darin, sich von Tag zu Tag zu hangeln, dabei möglichst wenig unangenehme Situationen überstehen zu müssen und nach fünf Tagen trostloser Plackerei wieder auf zwei wunderschöne Inseln der Freiheit zu fliehen die der Volksmund Samstag und Sonntag nennt. Da kann einen Mitte der Woche schon mal ein ausgewachsenes Stimmungstief erwischen, dann nämlich, wenn die Erinnerung an den letzten Aufenthalt auf dem schönen Inselpaar allmählich verblasst ist und die Vorfreude auf den kommenden Erholungsurlaub noch nicht so recht aufkommen mag, zu lang erscheint noch der Weg der bestritten werden muss um endlich ans Ziel zu kommen. Wie süß erscheint da doch die Rente, wie unnütz der kleine Finger von dem man sich nur trennen bräuchte um endlich dauerhaft auf den Inseln Samstag und Sonntag verweilen zu dürfen. Wäre es das nicht wert?

Spießigkeit

Was ist nur mit unserer jungen Generation los? Wo sind nur die Steinwerfer, Revoluzzer und Paradiesvögel vergangener Tage geblieben? Manchmal scheint es so als ob die nachfolgende Generation mit aller Macht ihre Jugend ablegen wollte und schon so früh wie möglich ins Reihenhaus mit Gartenzwerg und passender Outdoor Bekleidung ziehen wollte. Als ob sie keine eigenen Ideale und Ziele hätte, und nur panisch darauf aus ist den Standard, den ihn ihre Eltern geboten haben irgendwie zu erhalten. Doch das wird angesichts der veränderten Situation in der Welt, wirtschaftlich, wie politisch, nicht möglich sein. Abstriche, oder wenigstens Veränderungen müssen eingeplant werden, so verschwenderisch, dekadent und auch arrogant wie die letzte Generation kann keine zukünftige mehr mit dieser Welt umgehen. Änderungen sind unabdinglich, will man unseren Nachfahren noch eine lebenswerte Welt hinterlassen. Dahin muss die Energie und die Kraft der Jugend gelenkt werden, auf eine verantwortungsvollen Umgang mit unserer Erde. Im Moment scheint sie – in Deutschland – zu verharren, in der Generation Praktikum, niedergedrückt von dem Primat der Wirtschaft, die schnelle, lückenlose aber vollgestopfte Lebensläufe fordert und Druck ausübt, der sich nicht nur in der G 8 Reform der Schulen oder in der Bologna Reform der Hochschulen widerspiegelt. Andere Länder haben es vorgemacht wie sich die Jugend erfolgreich gegen herrschende Systeme durchsetzen kann. Der arabische Frühling ist ein krasses Beispiel, jedoch demonstriert er am besten die Kraft, die eine Bewegung annehmen kann, die unter großer Mithilfe des Internets, eine jugendliche Mehrheit zu mobilisieren weiß. Das soll natürlich kein Aufruf zum Steinewerfen oder Zündeln sein, nur vielleicht ein kleiner Appell aus der anerzogenen Passivität, der Duldung jeder noch so großen Zumutung seitens der allmächtig erscheinenden Arbeitgeber auszubrechen.

You’ll never walk alone

Hamburg meine Perle. Hier will ich nie wieder weg, nie nie wieder. Ich hab ja das letzt mal schon von meinen neuen St. Pauli Freunden erzählt, und jetzt bin ich offiziell in den Verein aufgenommen worden. Also quasi aufgenommen. Akzeptiert in ihrer Mitte. Neulich abends nämlich haben mir die Pauli Ultra Jungs echt den Arsch gerettet. Da war ich kurz vorm Feierabend grad beim Aufräumen, Grill schon aus, letztes Bier schon verkauft, da kam son Typ plötzlich an. Ich hab den gar nich kommen hören, der war einfach plötzlivh da. Schon ganz schön betrunken und am schwanken, hat auc nich tmehr s richtig reden können. Der wolte dann was essen und ich hab ihm gesagt dass ich nix mehr machen kann weil alles alle is. Da het er dann angefangen ein bißchen zrumzupöbeln, und plötzlich kan dann auch noch ein anderer Typ, wohl ein Kumpel von ihm. HSV Schal, genauso besoffen und ganz schön aggro. Was die hier wohl auf dem Lkiez machen mit ihrem blauweißen Schal hab ich mich nich gefragt, da haben die beiden typen angefangen meinen Stehtisch umzuschmeissen und zu versuchen in die Bude reinzukommen. Ich war natürlich total panisch, Karate kan nich nciht.Und gegen zwei so besoffene Tiere hätt ich nur weglaufen können. Was dann mit meiner Bude passiert wär will ich mir gar nicht ausmalen.

ich hatte aberGlück, auf der anderen Strassenseite ist nämlich ne Gruppe von meinen IUltas unterwegs gewesen und als die das mitbekommen haben sind sie sofort rüber und haben die beiden Idioten am Schlawittchen gepackt und verjagt.Dann gefragt ob bei mr alles in Ordnung is und gewartet bis ich zugmacht hatte haben sie auch. Nette Typen, das ist noch mal echte Nachbarschaftshilfe!

Der Rubel rollt

Meine Würstchenbude ist inzwischen richtig akzeptiert. Ich habe jetzt die St. Pauli Ultras auf meiner Seite, und wenn man das hat dann kann einem eigentlich nichts passieren. Ich hab ja das Glück, dass meine Bude auf dem Weg liegt, also so zwischen Schanze und Millerntor, und deswegen kommen die Jungs und Mädels oft bei mir vorbei. Ich freu mich da natürlich drüber, ist ja klar. Erstens sind das total nette Leute, das sind nämlcih keine anstrengenden HSV Fans die auch mal rumpöbeln und sich schlagen wollen.. Die Pauli Fans kommen ja alles aus dem linken Spektrum und sind total nett. Nur Pauli darf man nicht beleidigen, aber warum sollte ich das auch machen.. Meine Oko-Wurst uns die ganzen vegetarischen Sachen, die ich im Angebot habe, gehen weg wie warme Semmeln, besonders diese Ökosache funktioniert halt wirklich total gut. Ich habe jetzt mein Sortiment erweitert, ich verkaufe jetzt auch Bier. Damit mache ich die Fußballleute natürlich nochmal extra glücklich. Ein Astra, ein Euro. Das läuft, ist ja auch ein Standardpreis hier. Für mch lohnt sich das aber doch, im Großmarkt bezahl ich für eine pulle nur 50 Cent.

jetzt, wo das Geschäft läuft gehts mir gleich viel besser. Diese ständigen Geldsorgen haben mich total fertig gwmacht. Sich ständig darüber Gedanken machen zu müssen wieviel Geld man am Monat noch übrig hat und ob man die Miete bezahlen kann, da kriegt man ja graue Haare von. jetzt bin ich im Monat am Ende imemr im Plus, und kann Geld zur Seite legen. Jetzt für den Sommer hab ich überlegt, werd ich mir ein paar schöne Stehtische zulegen, damit die Leute ei mir in Ruhe essen können. Richtrige Tische mit Stühlen vielleicht sogar, dann bleiben die noch ein boißchen länger. Dazu noch ein zwei Sonnenschirme unf fertig ist die Laube.

Wurst geht über Wurst

Wieder in meiner Würstchenbude angekommen, schuffte ich nur rum. Heute konnte meine Aushilfe den Verkauf machen, ich musste heute in den Großmarkt. Wenn ich es mal nicht zum Bauern schaffe, haben wir hier um die Ecke nen super Großmarkt. Der hat sogar leckere Wurst, nachweisbar nicht gefährlich oder verseucht. Zwar fahr ich generell nicht so gern einkaufen und versuche immer der erste zu sein, der morgens einkaufen geht. Doch manchmal, so wie heute, bekomme ich das nicht so hin. Ich will meine Aushilfe hier auch nicht hängen lassen, wenn viel los ist. Doch das wird noch n Drama, wenn gar keine Wurst mehr da sein sollte. Deswegen bin ich dann los zum Einkaufen.

Die Fahrt dorthin hatte mich schon sehr in Rage gebracht. Ob es nun regnet oder die Sonne blendet, Autofahrer finden doch immer Gründe, warum sie das gerade nicht können. Hier werden Spuren gewechselt, von links nach rechts, von rechts nach links, ohne Rücksicht auf nebenstehende Fahrzeuge. Das geht in meine Birne nicht rein. Zu guter Letzt wird man noch angehupt, weil man die Ampel bei Orange nicht mehr überquert hat. Arrgh, heute war ein Schei…tag. Als ich dann endlich da war, hatte der Großmarkt auch nicht mehr so viele Würstchen wie ich brauchte. Das heißt, ich muss die Tage noch mal hin. Ich glaub, ich werd zum Hasskasper. Nee, ich schicke das nächste Mal doch die Aushilfe, wenn ich es mal nicht morgens schaffe.

Zwei Stunden später war ich endlich wieder am Stand und hatte mal Glück. Denn die letzte Wurst lief grad über die Theke und ich konnte schnell nachfüllen. Zum Glück war keine Mittagspause, dann wär es ja erst so n richtiger Spaß geworden.

Die Rote Flora

Die Rote Flora ist der Dauerbrenner in Hamburgs Innenstadt. Für die Mehrheit der Hamburger ist sie das Nest linksradikaler Autonomer, die sich an brennenden Autos wärmen und deren Hände vom Pflastersteinwerfen wundgescheuert sind. Für eine Minderheit, ist das marode Gebäude in der Sternschanze ein Symbol für ein anderes Hamburg. Ein Zeichen für eine Stadtkultur außerhalb des kapitalistischen Mainstreams, die alternative Lebensentwürfe provoziert und ein kulturellen und geistigen Freiraum für anders Denkende.
Flora

Doch die Rote Flora steht vor dem Aus. Im März laufen Verträge aus, die das soziokulturelle Stadtteilzentrum in Gefahr bringen, schließen zu müssen. Um das zu verhindern, ist hier im Viertel natürlich die Hölle los. Zum einen wurden Festspielwochen mit dem Namen “Rote Flora bleibt!” veranstaltet, schon Ende des letzten Jahres. Ein Haufen Bands habe hier die Luft angeheizt. Die gesamte Hamburger Kulturszene setzt sich nun für das Gebäude ein. Das ist sehr positiv für Kulturliebhaber wie mich: Bands wie 1000 Robota live zu erleben. Natürlich beleben diese Events mein Geschäft, denn all diese Demonstranten lieben Tofu-Würstchen mit Ketchup. Sind auch wunderbar über brennenden Autos zu grillen.

Allerdings frag ich mich schon eine Weile, was wäre, wenn die Rote Flora nicht mehr da ist. Ein Verlust? Auf jeden Fall, aber ist sie nicht auch mittlerweile zu einem Touristenzentrum geworden, wie das Tacheles in Berlin. Kern einer Zelle von Utopisten, die die Welt verändern wollen, oder alternative Lebensentwürfe haben, ist sie schon lange nicht mehr. Sie gehört in das kapitalistische System wie meine Würstchenbude und die Öko-Bewegung allgemein, die nun in Supermärkten ihren Weg gefunden hat.

Zahnarzt-Termin

Es gibt Tage an denen sollte man mit beiden Füßen fest im Bett bleiben. Lieben bleiben, meine ich. Einfach nicht aufstehen. Auch wenn dir deine Frau in die Ohren pustet und von Dinge säuselt, die du nie vorher gehört hast, als wenn sie eine Fremdsprache sprechen würde. Da sollte man auch den Kaffee ignorieren oder den warmen Toast auf deinem Schoß, mit Marmelade beschmiert.

Meine Frau hat es heute wieder geschafft, sie hat mir die Decke vom Kopf gezogen und ich bin in die Dusche. Und als ich aus dem Haus ging, mit einem Termin beim Zahnarzt in der Tasche, trete ich in den frisch gesetzten Hundekot, ohne es zu bemerken. Beim Zahnarzt sitze ich im Warteraum, nur einen Ecke vom Empfang entfernt und beschwere mich, dass es in dem Raum so stinkt. Können Sie nicht mal das Fenster aufmachen, frage ich die Frau zwei Stühle weiter. Die klare Winterluft entzieht nur kurz meiner Nase den Hundeduft.

So langsam kommen auch die Arzthelferinnen, um nach dem Übel zu suchen. Und welche in Ärger, dass diese noblen Ärzte, so viel Geld aus den Patienten pressen, dass sie sich Teppich und teuerste Möbel in ihre Wartezimmer stellen können. Auf dem Teppich entdeckt die Zahnarzthelferin nun eine Spur und das kluge Köpfchen schnüffelt der Spur nach, die direkt auf meine Schuhe weist. Schön Sherlock Holmes, denke ich mir und werde rot.

Natürlich habe ich mich entschuldigt, ging vor die Tür und habe versucht, den Dreck von der Sohle zu wischen. Ganz ohne Duft habe ich es nicht geschafft, auch der Zahnarzt hat mich noch einmal darauf hingewiesen. Auch den Hinweis nahm ich dankend an, und verließ mit zwei gebohrten Zähnen deprimiert die Praxis.